Müssen Sie noch, oder wollen Sie schon? 

Müssen Sie noch, oder wollen Sie schon? 

Abgrenzung ist notwendig

 

An manchen Tagen spüre ich, dass mir heute alles zu viel ist und ich mich manchmal selber wie ein eingeschaltetes intelligent phone fühle. Multitasking, immer auf dem Punkt, alles im Griff.  Heute nicht! Ich lasse mich treiben, verziehe mich auf die Couch, Decke drüber, Welt aus – mein Handy ist irgendwo oder ich gehe raus und … bin nur für mich da. Halt… darf man das denn heutzutage überhaupt?

Will ich, was ich muss?

Ständig und überall erreichbar. Die aktuellsten App installiert: Lifestyle, Vitalität, Coolness, Fitness natürlich alles täglich am Programm. Neue Freundschaftsanfragen auf Facebook von offensichtlich dir unbekannten Personen, neue WhatsApp- Nachrichten, unbearbeitete Emails, offene Rechnungen, offene Punkte auf der Todo- Liste, ein Einkaufszettel, ach, abstauben wäre auch wieder notwendig! „Ich muss!“

„Schmerzt dich tief in der Brust das harte Wort „du musst“, dann macht dich eins nur still, das stolze Wort „ich will.“

Wer sagt denn, dass das alles erledigt werden muss? Es sind die Erwartungen anderer und deine eigenen, aber es ist nicht dein Innerstes (aka dein Wahres Selbst), das all diese Punkte wie eine Rakete abhaken will!  Deshalb: Überprüfe deine Verpflichtungen! Willst du wirklich, was du musst?

Müssen Sie noch, oder wollen Sie schon? 

 

Wissen Sie überhaupt, was Sie wollen, oder besteht ein Großteil des Tages aus vielen sich aneinandergereihten „ich muss…“? Versuchen Sie es! Ersetzen Sie ein „ich muss“ durch ein „ich will“ bei einer ihrer nächsten Aufgaben. Anstatt zum Beispiel zu sagen: „Ich muss jetzt noch schnell einkaufen“, sagen Sie: „Ich will jetzt einkaufen gehen.“ Spüren Sie sich hinein, Sie merken gleich, welch andere Dynamik/ Energie ein „Ich will…“- Satz hat. Die Aufgabe fühlt sich plötzlich harmonisch und freundlich und als positive Herausforderung an – oder aber man erkennt, dass man das ja gar nicht will!

„Das Staunen ist der Anfang der Erkenntnis.“ (Plato)

Handyfasten

Abgrenzung bedeutet, seinen eigenen Raum zu kennen und zu wahren! Abgrenzung bedeutet, selber seine Zeit nach seinen Bedürfnissen (ohne schlechtes Gewissen) einzuteilen. (Dies gilt natürlich nur, wie immer, in Angemessenheit!*)

In unserer heutigen Zeit spielt Handy- Fasten ein wichtiges Selbstcoaching- Instrument. So wie die ständige Erreichbarkeit am Akku unseres intelligent phones zieht, so tut sie dies ebenso bei unserem eigenen Akku! Nur tragen wir keine digitale Akku- Prozent- Anzeige auf unserer Stirn. Rechtzeitig hineinhorchen ist angesagt…  Ein Spaziergang ohne Handy, Einkaufen ohne Handy, ein Wannenbad ohne Handy, das Schlafzimmer ohne Handy (es gibt tatsächlich noch Wecker zu kaufen!), sich die Freiheit nehmen, so wie früher, erst dann zurück zu schreiben, wann man will, nicht, weil man egoistisch oder unfreundlich ist, sondern, weil man sich jetzt dafür die Zeit nehmen will… und nicht, Sie wissen schon, weil man muss. 🙂

 

*Angemessenheit  bedeutet, niemandem mit seinen Handlungen zu schaden und lebensnotwendige Bedürfnisse zu beachten, z.B.: Sorgepflicht von Kindern (Nahrung, Schutz, …), der Spaziergang des Hundes, etc.

 

Alles Liebe! 

Manuela

 

admin

1 Kommentar bisher

Josef Veröffentlicht am4:37 pm - Nov 25, 2017

Ich habe das mal probiert. Und mit wachsendem Erstaunen festgestellt; Der Unterschied ist enorm! Bei den beiden Wörtern „Ich will“ erfasst mich eine Art Leichtigkeit und auch ein bisschen Stolz etwas selbst zu wollen und zu tun. Das Wort „Muss“ bedeutet irgendwie immer eine Fremdbestimmtheit. Etwas was man gar nicht so gerne tut.
Danke für diesen Tipp! Er ist Gold wert.

LG Josef

Enjoy this blog? Please spread the word :)