Weniger ist mehr

Weniger ist mehr

Wie man durch Ausmisten wieder neue, positive Energie freisetzt! 🙂

In der Altsteinzeit entwickelte sich der Mensch zum Jäger & Sammler, damals zum Dienste seiner wirtschaftlichen Grundlagen. Noch heute stecken diese Attribute in unseren Zellen, unsere Schubladen und Kleiderkästen können wahrlich ein Lied davon singen.

Ich bin oder ich habe?

In unserer heutigen Konsumgesellschaft werden schon lange nicht mehr Grundbedürfnisse befriedigt, sondern Statussymbole und Luxusgüter sind Bemessungsgrundlagen für unsere menschliche Existenz. Zuviel wird in Kategorien des Habens gedacht, als des Seins. Sich zu entwickeln und zu reflektieren auf “Wer oder was bin ich?” erscheint zu anstrengend und man bemüht sich lieber oberflächlich, im Außen durch Erwerb zu zeigen, wer man ist, so mancher hofft dabei vielleicht, sich nicht mehr im Innen damit zu beschäftigen, wer man dabei (noch) selber ist. In dunkelsten lebensbejahenden oder -verneinenden Momenten tritt plötzlich die Frage um das Haben in den Hintergrund und die vielmehr existentielle Frage nach dem Sein überschattet alles mühelos ohne jedes Zutun.

„Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“ (auf Englisch To be, or not to be, that is the question)

(William Shakespeare, Tragödie Hamlet, Prinz von Dänemark, 3. Aufzug, 1. Szene)

Wer bin ich?

Wer bin ich? Eine der größten philosophischen Fragen, mit der sich jeder irgendwann einmal mehr oder weniger beschäftigt. Mit dieser Frage beschäftigten sich viele Philosophen, Psychologen, Mediziner, Biologen und auch Physiker und erbrachten interessante Ansätze, mit Hilfe derer man sich mit seinem eigenen Ich näher beschäftigen kann. Vom Philosophen René Descartes (1596 – 1650) stammt das berühmte “Cogito, ergo sum” (Ich denke, also bin ich), Ramana Maharshi (1879 – 1950) studierte die Quelle des Seins über die Frage “Wer bin ich?” durch den Verbleib beim “Ich bin.”

“Finde den Ursprung des Ichs. Dann werden alle Schwierigkeiten verschwinden und das reine Selbst alleine wird bleiben.”

Ramana Maharshi

“Lass mich sein”

Die Suche nach seiner Identität und der Drang, seine Identität auch im Außen zu zeigen, scheint ein Grundpfeiler der menschlichen Identität zu sein.

Maslow`sche Bedürfnispyramide: Maslow, Abraham, 1943: A Theory of Human Motivation. In Psychological Review, Vol. 50 #4, Seite 370–396.

Die Maslowsche Bedürfnishierarchie, bekannt als Bedürfnispyramide, ist eine sozialpsychologische Theorie des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow (1908 – 1970). Sie beschreibt menschliche Bedürfnisse und Motivationen (in einer hierarchischen Struktur) und versucht, diese zu erklären. An der Spitze der Bedürfnispyramide steht, nach Erfüllung der Grundbedürfnisse, die Selbstverwirklichung.

„Ein Musiker muss einfach Musik machen, ein Maler muss malen. Ein Dichter muss schreiben, um letztlich seinen Frieden zu finden. Was ein Mensch sein kann, muss er auch sein.”

Abraham Maslow, US-amerikanischer Psychologe, 1908 – 1970)

Heute schon ausgemistet?

In Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung scheint das Konzept der Sesshaftigkeit nicht mehr ausschließlich uptodate zu sein. Dennoch schwebt ein Irrglaube über uns, dass, erst wenn man fertig zu Hause eingerichtet ist (und jeder Winkel befüllt), man angekommen ist. Aus viel wird mehr und alles andere ist zu wenig, um zu sein.

Adieu, Altlasten! 🙂

Ich habe heute wieder einmal ausgemistet und mit diesen Zeilen möchte ich es jedem empfehlen. Irgendwann bedeutete für mich (u.a.) zu sein, so viel wie möglich von allem für alle (potentiell möglich eintreffenden) Situationen an Kleidung zu besitzen. Doch irgendwann ist “ich habe” nicht mehr genug und das “ich bin” will sich immer weiter ausbreiten. Ich stelle fest: Je mehr man dabei hat, desto weniger Platz bleibt dem “ich bin”, um sich auszubreiten. Mehr wirkt nicht mehr genügend, sondern belastend. Weniger ist mehr, erkannte ich auch heute wieder und erfreue mich um den neuen Platz, der entstanden ist, weniger tatsächlich räumlich als vielmehr energetisch. Mit dem richtigen Schwung lässt sich so vieles erkennen, das man weggeben kann. Dinge, die nicht mehr zu einem passen, Dinge, die einem nicht mehr passen, Dinge, auf die man nicht mehr warten will, Dinge, die mit alten Emotionen und Erinnerungen gekoppelt sind. Alles samt Dinge, die einem im Vorwärtsgehen, in der Entwicklung (ich ent-wickle mich) nicht förderlich sind. Weg damit! Ohne Reue! Das heißt noch lange nicht, dass man deshalb Müll produziert, spenden ist ein wunderbarer Ausgleich und vielleicht gibt es ja auch in der Familie (Nichte, …) Personen, zu denen genau dieses Kleidungsstück jetzt perfekt passt und benötigt wird.

Ausmisten…

  • befreit
  • motiviert
  • schafft Platz
  • erzeugt neue Energie
  • richtet den Fokus auf die Gegenwart und nicht länger auf die Vergangenheit
  • entkräftet Anhaftungen
  • fördert Reflexion und dadurch Selbsterkenntnis

Zum Abschluss ein paar Tipps:

  • Dinge, die man länger als ein Jahr nicht benutzt hat: Weg damit! 🙂
  • Beim Erwerb eines neuen Kleidungsstückes kommt ein altes weg!
  • Einen Altkleidersack im Kleiderkasten positionieren.
  • 1x/ Monat (z.B. am Sonntag) eine halbe Stunde bewusst ausmisten.
  • Beim Ausmisten hineinspüren: Bin das wirklich ich?

Heute schon ausgemistet?

Alles Liebe,

Manuela

admin

1 Kommentar bisher

Baumgartner Walter Veröffentlicht am7:50 - 1. September 2020

Schöner Blog danke 🙏